Duftnoten: Kopf, Herz, Basis

Ein zusammengesetzter Duft wird in drei Gruppen beschrieben, die sich nach ihrer Flüchtigkeit unterscheiden: Kopfnote, Herznote und Basisnote. Die Kopfnote besteht aus den leichtesten Molekülen, verdunstet zuerst und prägt den ersten Eindruck. Die Herznote trägt den eigentlichen Charakter, die Basisnote besteht aus den schwersten Bestandteilen und bleibt am längsten. Dieses Modell stammt aus der Parfümerie und heißt dort Duftpyramide.

Die drei Ebenen

  • Kopfnote. Leicht und flüchtig — typischerweise Zitrus, frische Kräuter, spritzige Fruchtnoten. Sie ist als Erstes wahrnehmbar und als Erstes wieder weg.
  • Herznote. Der Kern der Komposition: Blüten, Gewürze, weiche Fruchtnoten. Sie tritt hervor, wenn die Kopfnote verflogen ist, und bestimmt, wie ein Duft in Erinnerung bleibt.
  • Basisnote. Schwer und langlebig — Hölzer, Harze, Vanille, Moschus, Amber. Sie trägt den Duft und wirkt als Fixateur, der die leichteren Bestandteile länger hält.

Was das für eine Kerze bedeutet

Bei einem Parfüm auf der Haut läuft die Pyramide nacheinander ab. Bei einer Kerze überlagern sich die Ebenen stärker, weil ständig neuer Duft aus der flüssigen Wachsfläche nachkommt. Trotzdem bleibt das Prinzip sichtbar: Beim Anzünden nimmt man zuerst die Kopfnote wahr, nach einer halben Stunde steht der Raum im Herz- und Basisbereich.

Das erklärt auch, warum eine gelagerte Kerze anders riecht und nicht einfach schwächer: Die Kopfnote ist als Erstes verflogen, die Basis bleibt. Aus einem frischen Zitrusduft wird mit den Jahren ein holziger.

Duftbeschreibungen richtig lesen

Wenn eine Kerze als „Zeder, Bergamotte, Vanille" beschrieben wird, ist das keine Zutatenliste nach Menge, sondern eine Beschreibung entlang der Pyramide. Bergamotte ist die Kopfnote, die man zuerst riecht; Vanille die Basis, die am Ende übrig bleibt. Ein hoher Anteil an Basisnoten spricht für einen Duft, der lange im Raum trägt — ein zitrusbetonter für einen, der frisch wirkt, aber schneller nachlässt.

Kurz gesagt

  • Kopf, Herz und Basis unterscheiden sich nach der Flüchtigkeit der Moleküle.
  • Kopfnote zuerst wahrnehmbar und zuerst verflogen, Basisnote bleibt am längsten.
  • Bei Kerzen überlagern sich die Ebenen stärker als bei Parfüm auf der Haut.
  • Gealterte Kerzen riechen anders, nicht nur schwächer — die Kopfnote fehlt.

Quellen

Verwandte Begriffe

Geprüft und geschrieben von Dennis Beichert, Kerzenmacher aus Hünfelden. Letzte Prüfung: 14.09.2026.