Paraffin

Paraffin ist ein Gemisch gesättigter Kohlenwasserstoffe (Alkane) mit etwa 20 bis 40 Kohlenstoffatomen je Molekül und wird heute überwiegend aus Erdöl gewonnen. Es fällt bei der Vakuumdestillation aus den Schmierölschnitten an und wird seit den 1830er-Jahren für Kerzen verwendet. Paraffin ist bis heute der mit Abstand meistgenutzte Kerzenrohstoff — billig, formstabil und gut verarbeitbar.

Was Paraffin chemisch ist

Paraffine bestehen aus unverzweigten (n-) und verzweigten (iso-)Alkanen. In Hartparaffinen überwiegen die n-Alkane, in sogenannten Mikrowachsen dagegen die iso-Alkane — daher deren weichere, klebrigere Konsistenz. Je länger die Kohlenstoffketten, desto höher der Schmelzpunkt.

Woher es kommt

Der Rohstoff ist fossil. Paraffin entsteht als Nebenprodukt der Erdölraffination: Bei der Vakuumdestillation fallen Schmierölschnitte an, aus denen das Wachs abgetrennt und gereinigt wird. Wer eine Paraffinkerze anzündet, verbrennt damit ein Erdölprodukt — das ist der sachliche Kern der Diskussion, unabhängig davon, wie man ihn bewertet.

Eigenschaften in der Kerze

  • Formstabil. Höherer Schmelzpunkt als pflanzliche Wachse, deshalb geeignet für freistehende Stab- und Stumpenkerzen.
  • Günstig. Der Preisunterschied zu pflanzlichen Wachsen ist der Hauptgrund für die Marktdominanz.
  • Nicht vegan-relevant, aber fossil. Paraffin enthält keine tierischen Bestandteile, ist aber kein nachwachsender Rohstoff.
  • Rußverhalten hängt nicht am Wachs allein. Ob eine Kerze rußt, entscheidet das Zusammenspiel von Wachs, Docht und Zugluft. Dafür gibt es ein genormtes Prüfverfahren: DIN EN 15426.

Kurz gesagt

  • Gemisch gesättigter Kohlenwasserstoffe, 20 bis 40 C-Atome je Molekül.
  • Fossiler Rohstoff, gewonnen aus der Vakuumdestillation von Erdöl.
  • Seit den 1830er-Jahren im Kerzenbau, bis heute der häufigste Rohstoff.
  • Formstabil und günstig — dafür nicht nachwachsend.

Quellen

Verwandte Begriffe

Geprüft und geschrieben von Dennis Beichert, Kerzenmacher aus Hünfelden. Letzte Prüfung: 14.09.2026.