Warum Kerzen nicht auspusten

Beim Auspusten strömt heißes, verdampftes Wachs unverbrannt in die Raumluft — das ist der weiße Rauchfaden, den man danach sieht. Wird die Flamme dagegen gelöscht, indem man den Docht kurz ins flüssige Wachs taucht oder den Sauerstoff abschneidet, bleibt dieser Schwall aus. Zusätzlich vermeidet das Löschen Wachsspritzer und den Glimmvorgang am Docht, der den typischen Rauchgeruch verursacht.

Was beim Auspusten passiert

In einer brennenden Kerze verdampft Wachs am Docht und verbrennt als Gas. Pustet man die Flamme aus, endet die Verbrennung schlagartig — das Nachliefern von Wachsdampf aber nicht sofort. Der heiße Docht produziert für einige Sekunden weiter Dampf, der nun unverbrannt aufsteigt und im kälteren Raum zu feinen Tröpfchen kondensiert. Genau das ist der sichtbare Rauch.

Nebenbei erklärt derselbe Vorgang einen Partytrick: Hält man ein Streichholz in den Rauchfaden kurz nach dem Auspusten, entzündet sich die Kerze über die Dampfsäule wieder, ohne dass die Flamme den Docht direkt berührt.

Wie man richtig löscht

  • Docht eintauchen. Mit einem Dochtheber oder einem Zahnstocher den brennenden Docht kurz in das flüssige Wachs drücken und sofort wieder aufrichten. Die Flamme erlischt ohne Rauch, und der Docht ist für das nächste Mal getränkt.
  • Löschhütchen. Ein Glöckchen über die Flamme setzen, das den Sauerstoff abschneidet. Rauchfrei und ohne Berührung.
  • Deckel auflegen, sofern das Gefäß einen hat und der Deckel hitzefest ist.
  • Nicht mit Wasser. Wasser auf heißem Wachs führt zu Spritzern und kann das Glas springen lassen.

Der praktische Unterschied

Der Effekt ist kein Detail für Puristen: Der Moment direkt nach dem Auspusten setzt eine Portion Partikel konzentriert in die Raumluft frei. Wer mehrere Kerzen am Abend auspustet, erzeugt genau dort die höchste Belastung, wo man sie am wenigsten erwartet — am Ende, wenn die Kerzen eigentlich schon aus sind.

Kurz gesagt

  • Auspusten setzt unverbrannten Wachsdampf frei — der sichtbare Rauchfaden.
  • Löschen durch Eintauchen des Dochts oder mit einem Löschhütchen bleibt rauchfrei.
  • Kein Wasser: Spritzgefahr und das Glas kann springen.
  • Der Rauchfaden lässt sich wieder entzünden — dasselbe Prinzip, sichtbar gemacht.

Quellen

Verwandte Begriffe

Geprüft und geschrieben von Dennis Beichert, Kerzenmacher aus Hünfelden. Letzte Prüfung: 14.09.2026.