Duftstoffallergene und CLP-Kennzeichnung

Duftstoffallergene sind Duftstoffe, die nachweislich Kontaktallergien auslösen können und deshalb gekennzeichnet werden müssen. Rechtsgrundlage für Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung gefährlicher Stoffe und Gemische ist in der EU die CLP-Verordnung (EG) Nr. 1272/2008. Ziel der Kennzeichnung ist, dass Allergikerinnen und Allergiker erkennen können, ob ein Stoff enthalten ist, auf den sie reagieren — und das Produkt dann meiden können.

Was ein Duftstoffallergen ist

Nicht jeder Duftstoff ist ein Allergen. Als Duftstoffallergene gelten diejenigen Stoffe, für die dokumentiert ist, dass sie beim Menschen bereits Kontaktallergien ausgelöst haben. Die Auswahl der kennzeichnungspflichtigen Stoffe geht auf Bewertungen des zuständigen wissenschaftlichen Ausschusses der EU zurück.

Eine Kontaktallergie ist dabei etwas anderes als eine Unverträglichkeit: Sie ist eine erworbene Reaktion des Immunsystems, die typischerweise nach wiederholtem Kontakt entsteht und dann bestehen bleibt.

Was die CLP-Verordnung leistet

Die CLP-Verordnung regelt europaweit einheitlich, wie Stoffe und Gemische eingestuft, gekennzeichnet und verpackt werden. Dazu gehören Gefahrenpiktogramme, Signalwörter sowie Gefahren- und Sicherheitshinweise. Für Verbraucher bedeutet das: Die Angaben auf dem Etikett sind kein Marketingtext, sondern ein geregelter Pflichtinhalt.

Parallel dazu existiert für Kosmetik eine eigene Kennzeichnungspflicht für Duftstoffallergene über die Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009, die 2023 auf eine erweiterte Liste ausgedehnt wurde. Kerzen sind keine Kosmetik — die kosmetikrechtliche Liste gilt für sie nicht unmittelbar, ist aber der Grund, warum viele Menschen die Namen einzelner Duftstoffe von Pflegeprodukten kennen.

Was das für dich praktisch heißt

  • Das Etikett lesen. Die Kennzeichnung existiert genau dafür.
  • Reaktion einem Duft zuordnen. Treten Beschwerden nur bei einem bestimmten Duft auf, ist der Duftstoff die Ursache und nicht die Kerze allgemein.
  • Bekannte Allergie ernst nehmen. Wer auf einen Duftstoff sensibilisiert ist, bleibt es in der Regel dauerhaft.
  • Lüften ersetzt keine Kennzeichnung, senkt aber die Konzentration in der Raumluft.

Kurz gesagt

  • Duftstoffallergene sind Stoffe mit dokumentiertem Potenzial für Kontaktallergien.
  • Rechtsgrundlage für Einstufung und Kennzeichnung ist die CLP-Verordnung (EG) Nr. 1272/2008.
  • Zweck ist Erkennbarkeit: Betroffene sollen das Produkt meiden können.
  • Die erweiterte Allergenliste von 2023 betrifft Kosmetik, nicht Kerzen.

Quellen

Verwandte Begriffe

Geprüft und geschrieben von Dennis Beichert, Kerzenmacher aus Hünfelden. Letzte Prüfung: 14.09.2026. Dieser Text ist eine allgemeine Einordnung und keine Rechtsberatung.